Malerei

Meine Arbeiten sind häufig Sequenzen zugeordnet.

 

     
   

 

Ursula Barwitzki sucht in ihren jüngsten Arbeiten nach einer Symbiose aus generiertem Fotomaterial, über das sie ein unregelmäßiges Raster aus dunklen Streifen legt, und traditioneller Malerei. Die Kompositionen sind auf diese Weise vielschichtig dialogisiert. Die original gemalten Rahmungen und die hinter ihnen liegenden netzartigen Motive, wie z.B. Blumen, Wassertropfen und Gras, bilden einen spannungsreichen Kontrast von geometrischen und organischen, pulsierend rhythmisierten Formen. Es bilden sich hintereinander verschobene Bildweiten, die in ihrem Kern einen „Garten Eden" suggerieren.

Die außergewöhnlichen Polaritäten von Ruhe und Unruhe ergeben sogenannte „Malstücke'', die prozesshaft entstehen und Improvisation und Ordnung gleichermaßen beinhalten. Der häufig er scheinende monochrome Abschluss durch eine gesonderte Bildtafel verweist den Betrachter auf eine stringente Darstellung, ein Eindruck, der sich aber schnell wieder verflüchtigt. Das Auge sieht sich einer gewissen Unschärfe gegenüber, man könnte sagen, es muss die umgefallenen Stäbe in einem Mikado-Spiel entschlüsseln. Aus der Distanz erinnern die Bilder an Kirchenfenster, nicht nur in der Form, sondern auch durch die Wirkung des von hinten kommenden Lichts.

Ursula Barwitzki schafft eine ideenreiche Beziehung aller Teile und eine „höhere Ordnung" aus dem konstruktiv/ linearen und dem handschriftlichen Duktus. Die Magie des Malens mit Einschluss (und Ausschluss) medialer Möglichkeiten verleiht ihrer Kunst eine spezifische Qualität, die auf dem seltenen souveränen Umgang mit alten und neuen Medien beruht.

Prof. Dr. Hans-Joachim Manske

Direktor der Städtischen Galerie
im Buntentor in Bremen